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Frankfurter Buchmesse.
Ehrengast 2014.

Riikka Pelo gewinnt Finlandia-Preis fĂŒr Belletristik

Die finnische Autorin Riikka Pelo wurde fĂŒr ihren zweiten Roman JokapĂ€ivĂ€inen elĂ€mĂ€mme (Unser alltĂ€gliches Leben) mit dem Finlandia-Preis 2013 fĂŒr Belletristik ausgezeichnet. In ihrem anspruchsvollen Werk beschreibt die Autorin die tragischen Schicksale der russischen Dichterin Marina Zwetajeva und ihrer Tochter Ariadna Efron im europĂ€ischen Exil. Mit der fiktiven Darstellung des Lebens Zwetajevas, die wĂ€hrend des zweiten Weltkriegs verstorben ist, konnte sich Pelo gegen ihre fĂŒnf Konkurrenten durchsetzen: Juha-Pekka Koskinen (YstĂ€vĂ€ni Rasputin), Leena Krohn (Hotel Sapiens), Hannu Raittila (Terminaali), Asko Sahlberg (Herodes) und Kjell Westö (HĂ€gring 38).

Sowjetische Themen oder die Aufarbeitung der Geschehnisse und Folgen des finnisch-sowjetischen Winterkrieges bzw. des Lapplandkrieges wĂ€hrend des zweiten Weltkrieges werden in der finnischen Literatur hĂ€ufig thematisiert, so z. B. von fĂŒhrenden, bereits ins Deutsche ĂŒbersetzten Autorinnen wie Sofi Oksanen (Fegefeuer) oder Rosa Liksom (Abteil Nr. 6).

Gewinner der Kategorie Non-Fiction (Sachbuch) ist Ville KivimĂ€ki. Auch der Historiker setzt sich mit den Kriegsfolgen auseinander und untersucht in seinem Werk Murtuneet mielet (Zerbrochene GemĂŒter) die psychischen Konsequenzen des zweiten Weltkrieges am Beispiel finnischer Soldaten.

Der diesjÀhrige Finlandia-Preis Junior (Kinder- und Jugendbuch) ging an die finnische Autorin Kreetta Onkeli und ihren Kinderroman Poika joka menetti muistinsa (Der Junge, der sein GedÀchtnis verloren hat).

Die mit jeweils 30.000 Euro dotierten Finlandia-Preise sind die wichtigsten Literaturauszeichnungen Finnlands, die jĂ€hrlich von der Finnischen Buchstiftung vergeben werden. Von den ausgezeichneten Autoren liegen bisher noch keine Übersetzungen in deutscher Sprache vor.